Die erste Finanzierungslösung für Kita-Plätze in der Schweiz ist da

Die erste Lösung für finanzierbare Kita-Betreuung für Familien in der Schweiz ist lanciert. Dem Projekt für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf stehen Partner wie der Dachverband Pro Familia Schweiz, die Stiftung Mercator Schweiz und die Stiftung Kinderbetreuung zur Seite.

Im etablierten System der Schweizer Kinderbetreuung weht frischer Wind: Nach zwei Jahren Entwicklung bietet Awina die erste Finanzierung für Kita-Plätze an. Das Projekt unterstützt Familien bei der Tragbarkeit der hohen Kita-Kosten. Ab sofort können Familien in der Schweiz direkt über die Webseite von Awina eine massgeschneiderte Finanzierungslösung beantragen – schnell, einfach und komplett digital.

Modell wird von starken Partnern unterstützt

Das Projekt für bezahlbare Kita-Plätze wird von starken Partnern gefördert. So stehen Awina der Dachverband Pro Familia Schweiz, die Stiftung Mercator Schweiz und die Stiftung Kinderbetreuung zur Seite. Die beiden Stiftungen bündeln ihre Kräfte, damit es bei Härtefällen innerhalb der Familien nicht zu Zahlungsausfällen kommt.

«Awina ist ein soziales und wirtschaftliches Projekt für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das ein neues, bisher einzigartiges Konzept verfolgt. Die hohen Kita-Kosten stellen für viele Frauen einen Grund für den Ausstieg oder ein Hindernis für den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt dar. Mit ihrem Modell hat Awina die erste effektive Lösung entwickelt, um das Problem direkt anzugehen,» so Philippe Gnaegi, Direktor von Pro Familia Schweiz. «Ausserdem verbessert das Projekt den Zugang zu qualitativ hochwertigen Angeboten in der frühen Kindheit,» fügt Andrew Holland, Geschäftsführer der Stiftung Mercator Schweiz, an. «Die bedarfsgerechte und niederschwellige Lösung führt zu mehr Chancengleichheit.»

Moderne Kita-Finanzierungsmöglichkeit entlastet das monatliche Familienbudget

Mit einem zweckgebundenen Kredit übernimmt Awina bis zur Hälfte der monatlichen Kita-Kosten. Den Rest zahlt die Familie. Sobald das Kind in den Kindergarten geht, bezahlen die Eltern den von Awina finanzierten Betrag in monatlichen Raten zurück. Dabei erhebt Awina unüblich tiefe Zinsen von 3% für alle Familien. So verteilen sich die Kosten über einen längeren Zeitraum. Das entlastet das monatliche Familienbudget und gibt der Familie mehr finanzielle Planungssicherheit in einer kostenintensiven Phase des Lebens. Langfristig verfügen Familien auch über mehr Einkommen, da beide Eltern weiterhin arbeiten können.

«Bezahlbare hochwertige Kinderbetreuung führt zu mehr Vielfalt und Gleichberechtigung. Beide Elternteile können ihre beruflichen und privaten Ziele weiter verfolgen, egal in welchem Pensum sie tätig sind,» so Aileen Zumstein, Stiftungsratspräsidentin Stiftung Kinderbetreuung. Auch Awina Verwaltungsrätin Claudia Coninx-Kaczynksi betont: «Jetzt gibt es endlich eine zeitgemässe Finanzierungslösung für die Kinderbetreuung, wie wir sie aus anderen Bereichen kennen. Das schafft mehr Freiheit für die Zukunft. Fremdbetreuung soll nicht mehr ein Stolperstein in der Karriereplanung sein, sondern eine sinnvolle, logische Unterstützung. Wir wollen in der Wirtschaft ein Zeichen setzen. Ein Unternehmen kann diese Lösung ab sofort den Mitarbeitenden vorschlagen und aktiv zur Diversität beitragen.»

Mehr Sicherheit für Kita-Betriebe dank frühzeitiger Geldeinnahmen

Auch die systemrelevanten Kitas profitieren von dieser modernen Lösung, indem sie sich dem unabhängigen Dienstleister Awina anschliessen. Sie erhalten Zugang zu mehr Familien und können die bestehende Kita-Auslastung erhöhen. Durch die geringere Belastung des Familienbudgets erhöht sich ausserdem die Chance, dass die Familien pünktlich zahlen können. Dies wiederum führt dazu, dass Kita-Betriebe dank regelmässiger monatlicher Zahlungen via Awina über mehr finanzielle Sicherheit und Liquidität verfügen. Das vereinfacht ihnen, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Eidgenössische Volksabstimmung «Ehe für alle»

Die Familie von Pro Familia Schweiz ist gewachsen

Das Schweizer Volk hat eine historische Entscheidung getroffen, indem es mit großer Mehrheit die «Ehe für alle» und den Zugang zur Samenspende für verheiratete lesbische Paare angenommen hat. Die Schweiz reiht sich in eine lange Liste europäischer Länder ein, die diese Entscheidung bereits getroffen haben.

Die Geschichte zeigt uns jedoch, dass die menschliche Familie eine kulturell definierte Institution ist, die sich von Gesellschaft zu Gesellschaft unterscheidet. Wenn uns die Ehe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen im 21. Jahrhundert als eine neue Idee erscheint, so muss darauf hingewiesen werden, dass es diese Praxis bereits in der griechisch-römischen Kultur gab, wo Ehen zwischen Menschen des gleichen Geschlechts geschlossen wurden. In der römischen Antike war die elterliche Bindung freiwillig: Es reichte nicht aus, in eine Familie hineingeboren zu werden, um zu ihr zu gehören, und Adoptionen waren üblich.

Die rechtliche Anerkennung einer gleichgeschlechtlichen Ehe schützt ihre Mitglieder (einschließlich der Kinder, die aus Samenspenden von lesbischen Ehepaaren hervorgegangen sind) und bringt neue Rechte und Pflichten mit sich. Kinder aus Regenbogenfamilien gedeihen genau so gut wie Kinder aus konventionellen Familien. Entscheidend für das Wohlergehen der Kinder sind die Beziehungsqualität sowie das Klima in der Familie, nicht das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung der Eltern.

Pro Familia Schweiz begrüsst diesen Entscheid und stellt fest, dass das Schweizer Volk die Familie weiterhin im Gesamten unterstützt, und zwar nicht mehr nach einem einzigen Modell, sondern in ihrer ganzen Vielfalt.

Medienmitteilung vom 27.09.2021

Pro Familia Schweiz unterstützt die Ehe für alle

Für eine bessere rechtliche Absicherung der Kinder in Regenbogenfamilien

 Pro Familia Schweiz empfiehlt, bei der Vorlage zur Ehe für alle an der Volksabstimmung vom 26. September ein Ja in die Urne zu legen. «Die Annahme der Vorlage ist ein wichtiger Schritt für die Gleichstellung und die Anerkennung von Regenbogenfamilien in der Schweiz», sagt Valérie Piller Carrard, Präsidentin von Pro Familia Schweiz. «Kinder in Regenbogenfamilien können mit dem neuen Gesetz rechtlich besser abge­sichert werden», erklärt Piller Carrard.

Mit dem neuen Gesetz erhalten verheiratete Frauen in der Schweiz Zugang zur Fortpflan­zungsmedizin. Hierbei ist wichtig, dass bei der Zeugung von Kindern aus einer Samenbank in der Schweiz von Anfang an die Elternschaft ab Geburt gilt. Die Kinder sind damit von Anfang an rechtlich optimal abgesichert, falls einem Elternteil etwas zustösst oder es zur Trennung des Paares kommt.

Beziehungsqualität wichtiger als Geschlecht der Eltern

Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderung gibt es in der Schweiz immer mehr Kinder, die in Regenbogenfamilien aufwachsen. Die Entwicklung von Kindern, die bei gleichgeschlecht­lichen Paaren aufwachsen, wird seit 40 Jahren erforscht, mit dem Fazit: Kinder aus Regen­bogen­familien gedeihen genau so gut wie Kinder aus konventionellen Familien.

Entscheidend für das Wohlergehen der Kinder sind die Beziehungsqualität sowie das Klima in der Familie, nicht das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung der Eltern. Grundvoraus­setzung dafür ist die Verfügbarkeit mindestens einer konstanten Bezugsperson, die dem Kind emotionale Wärme und Halt gibt, ein tragfähiges soziales Umfeld schafft und es in seiner individuellen Entwicklung unterstützt.

«Gleichgeschlechtliche Paare ebenso gute Eltern»

«Den Zugang zur Samenspende in der Schweiz haben heterosexuelle verheiratete Paare heute schon», sagt Valérie Piller Carrard, Präsidentin von Pro Familia Schweiz. «Es gibt kei­nen Grund, homosexuelle Paare davon auszuschliessen», sagt Piller Carrard und ergänzt: «Gleich­ge­schlechtliche Paare können genauso gute Eltern sein wie heterosexuelle Paare.»

Medienmitteilung vom 15.09.2021

Volksabstimmung über den Vaterschaftsurlaub

Jetzt ist es Zeit für die Elternzeit –  zum Vorteil für alle

Die Schweiz sagt mit mehr als 60% deutlich ja zum zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub. Das zeigt, dass sich die Bevölkerung eine zeitgemässe Familienpolitik wünscht. Dazu gehört in einem nächsten Schritt die Einführung einer Elternzeit. Kinder- und Familienorganisationen, Wirtschaftsverbände, Angestellten- und Berufsverbände, Gewerkschaften und Vertreter*innen aus verschiedenen politischen Parteien sowie die ausserparlamentarischen Kommissionen für Frauen- und Familienfragen EKF und EKFF spannen nun zusammen, um der Elternzeit in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen.

In Europa verzichtet kein anderes Land auf Elternzeit, und dies aus gutem Grund. Die positiven Auswirkungen der Elternzeit sind seit Jahren hinlänglich belegt, auch wissenschaftlich. Ihre Vorteile sind unbestritten. Bezahlte Elternzeit hat auf individueller wie auf gesellschaftlicher Ebene viele positive Effekte: So fördert sie die psychische und physische Gesundheit des Kindes und der Mutter und hilft Familien in der vulnerablen Phase nach einer Geburt. Elternzeit unterstützt aber auch die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit vor allem der Mutter und fördert die volkswirtschaftliche Arbeitsproduktivität. Für diese positiven Effekte leistet bereits der heute angenommene Vaterschaftsurlaub einen wichtigen Beitrag. Eine Elternzeit sorgt dafür, dass diese Wirkung nachhaltig zum Tragen kommt. Von den Vorteilen der Elternzeit überzeugt sind verschiedene Kinder- und Familienorganisationen, Wirtschaftsverbände, Angestellten- und Berufsverbände, Gewerkschaften und Vertreter*innen aus unterschiedlichen Parteien sowie die ausserparlamentarischen Kommissionen EKF und EKFF. Sie verfolgen nun ein gemeinsames Ziel: Nach der Abstimmung zum Vaterschaftsurlaub wollen sie der Elternzeit in der Schweiz zum Durchbruch verhelfen.

Elternzeit erhöht die Chancen für eine gesunde Entwicklung für alle Kinder

Studien aus Nachbarländern belegen, dass die Elternzeit die psychischen Belastungen bei Müttern verringert und die Bindung zwischen beiden Elternteilen und dem Kind stärkt. Beides trägt zu einer verbesserten Resilienz der Kinder bei. Aus diesem Grund setzt sich Pro Juventute für bezahlte Elternzeit ein und stellt in ihrem Engagement das Wohl des Kindes in den Fokus. Alt-Nationalrätin und Stiftungsratspräsidentin von Pro Juventute, Barbara Schmid Federer, bringt es auf den Punkt: «Für uns hat eine Elternzeit in erster Linie das Kindswohl zum Ziel. Sie begünstigt die Entwicklung des Kindes in familiärer Geborgenheit vor allem in den wichtigen ersten Monaten. So trägt sie auch entscheidend, dazu bei, dass alle Kinder die gerechte Chance haben, gesund aufzuwachsen.».

Elternzeit stärkt und unterstützt die Familien in einer Phase, in der es nötig ist

Eine Elternzeit entlastet die Eltern in der vulnerablen Phase der Familiengründung und verbessert die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Der Verlust der Zeitautonomie und die Anforderungen eines Neugeborenen bringen die Eltern an Belastungsgrenzen. Die Elternzeit gibt jungen Vätern und Müttern die Möglichkeit, sich in neuen Rollen zu finden und die bezahlte und unbezahlte Arbeit egalitärer aufzuteilen. Die Elternzeit schafft damit auch die Voraussetzung, dass Eltern die Verantwortung für die Erziehung der Kinder geteilt wahrnehmen können. «Elternzeit dient der Gesunderhaltung der Familie als System», betont Nationalrätin Valérie Piller Carrard, Präsidentin von Pro Familia Schweiz. «Sie entlastet die Eltern in der anspruchsvollen Phase der Familiengründung und verbessert die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf».

Von guten Rahmenbedingungen für Familien profitieren alle

Die Gesellschaft und die Wirtschaft als Ganzes haben deshalb grosses Interesse daran, Rahmenbedingungen für junge Eltern zu schaffen, die es erlauben, ausgebildete Fachkräfte und namentlich junge Frauen in der Erwerbsarbeit zu halten. Die bezahlte Elternzeit begünstigt nachweislich die Wiederaufnahme der Erwerbsarbeit von Müttern nach der Geburt. Die gesamte volkswirtschaftliche Arbeitsproduktivität steigt mit der Einführung einer Elternzeit, das belegen Daten aus anderen Ländern. Es erstaunt deshalb nicht, dass die Elternzeit auch in der Job-Strategie der OECD eine wichtige Rolle spielt, wenn es darum geht, zusätzliche und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Für die Schweiz hat die eidgenössische Kommission für Familienfragen (EKFF)  nachgewiesen, dass eine Erhöhung der Müttererwerbstätigkeit um lediglich 1 % bereits ausreichen würde, um eine 18- bis 20-wöchige Elternzeit vollständig zu refinanzieren. Elternzeit ist also eine Investition, die sich auch ökonomisch auszahlt.

  • Maya Graf, Ständerätin Grüne Partei Schweiz, Co-Präsidentin alliance F: «Für die Gleichstellung von Frau und Mann ist eine gleichverteilte Elternzeit unabdingbar.»
  • Patrick Robinson, Coordination romande des organisations paternelles CROP: «Die langjährige Erfahrung der skandinavischen Länder mit Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternzeit zeigt, dass eine bezahlte Elternzeit den grössten Nutzen bringt, wenn sie mindestens 6 Monate dauert, zwischen den Eltern gleichmäßig verteilt wird und nicht übertragbar ist. Dies gilt für den positiven Effekt auf die Entwicklung des Kindes, auf die gleichmäßige Verteilung von Berufs- und Familienleben zwischen den Elternteilen, auf die Umsetzung eines Kinderwunsches als auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.»
  •  Ursula Häfliger, Geschäftsführerin die plattform: «Karriererisiken, die mit der Geburt eines Kindes verbunden sind, sollten, genau wie Rechte und Pflichten der Eltern, gleichmässig aufgeteilt sein. Dies fördert die Gleichberechtigung und mittel- und langfristig auch den Wiedereinstieg und die Integration der Mütter in den Arbeitsmarkt. Das grösste Fachkräftepotenzial der Schweiz, die Frauen, muss besser genutzt und gefördert werden.»
  • Yvonne Schärli, Präsidentin Eidgenössische Kommission für Frauenfragen EKF: «Ein wichtiger Schritt Richtung Normalität. Das Ziel muss eine Elternzeit sein, wie sie in vielen europäischen Ländern längst Standard ist.»
  • Nadine Hoch, Leitung Geschäftsstelle Eidgenössische Kommission für Familienfragen EKFF: «Während die Hälfte der OECD-Länder eine Elternzeitdauer von mindestens 43 Wochen gewährt, setzt sich die EKFF bereits seit 2010 mit ihrer Publikation «Elternzeit-Elterngeld» für ein moderates, an die Schweiz adaptiertes Elternzeit-Modell ein. 2018 hat eine von ihr beauftragte Analyse von 140 Studien aus umliegenden Ländern ihr 38-Wochen-Modell bestärkt: Ein optimal konzipiertes Elternzeitmodell ist nicht nur förderlich für Kind und Eltern, sondern hat auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen.» Die EKFF führt am 24. November 2020 eine Tagung zur Elternzeit durch.
  • Oliver Hunziker, Dachverbandspräsident GeCoBi: «Wenn wir künftig mehr Gleichstellung zwischen den Geschlechtern wollen, müssen wir den Kindern vorleben, dass beide Rollen gleichwertig sind und beide Geschlechter für beide Rollen geeignet sind.»
  •  Kathrin Bertschy, Nationalrätin Grünliberale Partei Schweiz: «Damit Frauen und Männer gleiche Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, braucht es eine Elternzeit zu gleichen Teilen, wenn beide erwerbstätig sind.»
  • Florence Brenzikofer, Nationalrätin Grüne Partei Schweiz: «Für die GRÜNEN ist klar: Eine anständige Elternzeit ist für die Schweiz sowohl ein gesellschaftlicher als auch ein wirtschaftlicher Gewinn. Denn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördert die Gleichstellung und stärkt die Volkswirtschaft.»
  •  Jean-Daniel Strub, Präsident männer.ch: «Väter sind systemrelevant. Seit heute wissen wir: Das ist auch in der Schweiz Teil des gesellschaftlichen Selbstverständnisses.»
  •  Flavia Wasserfallen, Präsidentin Schweizerischer Fachverband Mütter- und Väterberatung und Nationalrätin: «Elternzeit lohnt sich nachhaltig, denn sie fördert die Gesundheit des Kindes, der Mutter und der Eltern-Kind-Beziehung ab Geburt. Und sie ermöglicht es, Betreuungs- und Erwerbsarbeit von Anfang an partnerschaftlich zu teilen, wie es sich junge Familien heute mehr denn je wünschen – unterstützen wir sie dabei!»
  • Regula Bühlmann, Zentralsekretärin Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB: «Das Ja zum Vaterschaftsurlaub zeigt, dass die Schweizerinnen und Schweizer nicht mehr in der gleichstellungspolitischen Steinzeit verharren wollen. Die Elternzeit ist deshalb der logische nächste Schritt.»
  • Valérie Piller Carrard, Nationalrätin und Präsidentin von Pro Familia Schweiz: «Elternzeit dient der Gesunderhaltung der Familie als System», betont. «Sie entlastet die Eltern in der vulnerablen Phase der Familiengründung und verbessert die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.»
  •  Barbara Schmid Federer, Alt-Nationalrätin und Stiftungsratspräsidentin von Pro Juventute: «Für uns hat eine Elternzeit in erster Linie das Kindswohl zum Ziel. Sie begünstigt die Entwicklung des Kindes in familiärer Geborgenheit vor allem in den wichtigen ersten Monaten. So trägt sie auch entscheidend, dazu bei, dass alle Kinder die gerechte Chance haben, gesund aufzuwachsen.»
  • Tamara Funiciello, Nationalrätin Sozialdemokratische Partei Schweiz und Co-Präsidentin der SP Frauen* Schweiz: «Kinder bekommen und grossziehen ist Arbeit. Die Elternzeit ist wichtig, weil sie diesen Umstand anerkennt und dieser Arbeit Raum gibt.»
  •  Oliver Hunziker, VeV-Präsident: «Kinder brauchen beide Eltern. Der Verband setzt sich für gemeinsame Elternschaft ein, zu jedem Zeitpunkt und in jeder Lebenssituation.»

Medienmitteilung vom 27.09.2020

Studie zur Arbeitszufriedenheit von Müttern

Pro Familia Schweiz und die Empiricon AG haben eine Umfrage mit einer Stichprobe von 500 erwerbstätigen Frauen aus der Schweiz – mit jeweils einem oder mehreren Kindern – durchgeführt. Ziel der Umfrage war es, zu untersuchen, wie zufrieden die Frauen mit ihrer gegenwärtigen Situation sind, inwieweit sie ihren Beschäftigungsgrad erhöhen wollen und unter welchen Bedingungen. Die Ergebnisse zeigen, dass – auch wenn die Frauen mit ihrer aktuellen Situation zufrieden sind – sie ihren Beschäftigungs[-]grad erhöhen möchten, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen wären besser (gilt für 70 % von ihnen).

Drei Viertel der Frauen haben aufgrund der Mutterschaft ihren Beschäftigungsgrad reduziert. 63 % der Frauen sind mit dieser Reduktion zufrieden, 20 % möchten ihren Beschäftigungsgrad weiter senken und lediglich 17 % möchten ihn erhöhen.Andererseits, wären alle Rahmenbe[-]dingungen erfüllt, um die berufliche Arbeit von Müttern zu erleichtern, so würden 70 % gerne ihren Beschäftigungsgrad erhöhen und 32 % würden zu 70 % oder mehr bzw. 17 % würden zu 60 % arbeiten.

Als wir die Frauen nach den Gründen für den aktuellen Beschäftigungsgrad befragt haben, waren die vier häufigsten Antworten:

  1. Ich möchte finanziell unabhängig sein.
  2. Ich möchte meine Kinder mehrheitlich selber betreuen.
  3. Ein Einkommen allein reicht nicht aus; heute müssen beide Elternteile arbeiten.
  4. Es mangelt an zahlbaren Kinderbetreuungsstrukturen.

Die vier Hauptgründe, damit die Frauen ihren Beschäftigungsgrad erhöhen würden, sind:

  1. Eine Reduktion der Kinderbetreuungskosten.
  2. Eine Flexibilisierung des Arbeitsorts (Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten).
  3. Ein grösserer finanzieller Anreiz.
  4. Eine geringere Arbeitsbelastung bei der Kombination von Hausarbeit, Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit.

Bei den anderen erzielten Ergebnissen ist zu beobachten, dass die Zufriedenheit mit dem Be[-]schäftigungsgrad – je nach Ausbildungsniveau – degressiv ist. Sie liegt vor allem bei Frauen, die nur die obligatorische Schule besucht haben, unter dem Durchschnitt. Entgegen den Erwartungen wollen Frauen mit tertiärer Bildung ihren Beschäftigungsgrad senken. Dieser Anteil – also der Wunsch den Beschäftigungsgrad zu reduzieren – ist im Tessin grösser als in der Deutsch- oder der Westschweiz, in Städten grösser als auf dem Land und auch grösser, wenn das Kind zwischen 0 und 6 Monaten alt ist.

Der Wunsch, den Beschäftigungsgrad zu erhöhen, falls die Rahmenbedingungen besser wä[-]ren, korreliert mit der Ausbildungsquote. Bei Frauen mit einer höheren Bildung ist er grösser. Es gibt ein Potenzial an Frauen mit höherer Bildung, die bereit wären, ihre Erwerbsquote auf maximal 80 % zu erhöhen. Auf der anderen Seite wären nur wenige bereit, 100 % zu arbeiten. Dieser Prozentsatz derer, die die Erwerbsquote erhöhen wollen, ist in der Westschweiz höher als in den beiden anderen Sprachregionen.

Der aktuelle Beschäftigungsgrad hängt zwar vom Alter der Kinder ab, wird aber auch von anderen Faktoren beeinflusst. Je gebildeter die Person ist, desto höher ist ihr Beschäftigungs[-]grad. Die Beschäftigungsquote ist in der Westschweiz und im Tessin höher als in der Deutschschweiz und bei Frauen die in der Stadt leben, höher als auf dem Land.

Schlussfolgerungen

Im Allgemeinen sind Frauen mit Kindern mit ihrer Beschäftigungssituation zufrieden. Dieser Punkt muss jedoch relativiert werden: Falls die Rahmenbedingungen besser wären, so dass Frauen mehr Zeit zur Verfügung hätten (z.B. infolge tieferer Kosten für die externe Kinderbe[-]treuung, Möglichkeiten von zu Hause aus zu arbeiten oder infolge grösserer finanzieller Anreize und weniger Verantwortung für Hausarbeit und Kinder), wären 70 % der Frauen mit Kindern bereit, sich stärker am Arbeitsmarkt zu beteiligen. Dieses grössere Engagement zeigt sich eher bei Frauen mit tertiärem Bildungsabschluss und in der Westschweiz. Ein Beschäfti[-]gungsgrad zwischen 80 und 100 % ist nicht beliebt. Das maximale Steigerungspotenzial liegt bei einem Beschäftigungsgrad von bis zu 80 %. Andererseits wären Frauen mit tertiärer Bildung heute eher geneigt, ihren Beschäftigungsgrad zu senken, weil die Rahmenbedingun[-]gen nicht erfüllt sind.

Medienmitteilung vom 24.05.2020